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GT3-Front03Ja. So kann man es beschreiben, wenn einem Mitsubishi Evo IX Piloten die Sicherungen durchbrennen und er einen Porsche 911 GT3 rausfordern will. Leider nicht auf der Rennstrecke, sondern auf einer nassen, kruvigen Landstraße mit so einem komischen 60er-Schild.

Vor 10 Jahren hätte ich ihm sicherlich das erwartete Duell gegeben. Vor 10 Jahren fuhr ich aber auch noch Toyota und BMW. Da musste man noch seine Leistungsstärke unter Beweis stellen. Heute weiß ich, dass ich dank einem der besten Sportwagen der Welt, mich weder Beweis noch herausfordern lassen muss. Verantwortung mir und den anderen Verkehrsteilnehmers gegenüber ist mehr wert als ein 120-Sekunden-Spaß.

Wer weiß vielleicht treffen wir uns ja mal auf dem Sachsenring.

Telefonieren am Steuer

Im weiten Web gibt es immer wieder ein paar Kuriositäten.

Ein Beispiel wie schön Telefonieren mit dem Handy am Steuer sein kann gibt´s hier.
Garantiert nicht zur Nachahmung empfohlen. Und dazu muss man weder den Arzt noch den Apotheker zu Rate ziehen. Aber schön anzusehen.

Bundespolizei überholt Zoll

Letztes Wochenende schoss ein Zollmitarbeiter im Zivilfahrzeug aus meiner Sicht den Vogel ab.

Ich fuhr auf der B95 Richtung Oberweisenthal. In Hammerunterwiesenthal erkannte ich im Rückspiegel das Zivilauto und fuhr selbstverständlich mit angepasster Geschwindigkeit (50) weiter.  Noch vorm Ortsende wurde ich überholt, ohne Sondersignal oder sonstigen sichtbaren Einsatzgrund.  
Geschätzte Überholgeschwindigkeit: 70 km/h.
Innerorts wohlgemerkt.

Da kommt kein Neid auf bei mir. Aber die Beschleunigung war gut. Vor Oberwiesenthal im unübersichtlichen Kurvengeschlängel mit Kuppen und Senken überholte der Fahrer dann auch noch einen Dienstbus vom Zoll. Klar der fuhr ja auch nur 50 und stellte ein Verkehrshindernis dar.
An dieser Stelle würde ich nicht mal mit einem Porsche überholen. Aber vielleicht hatte der Fahrer die frischen Brötchen an Bord und wollte sie noch heiß seinen Kollegen servieren.

Das war weder vorbildlich noch pflichtbewusst. Von vorschriftsgemäß schreib ich mal gar nicht. Nur schade, dass ich den Foto nicht zur Hand hatte.

Fahrerflucht begeht auch jemand, wenn ein Kind nach dem Anfahren wieder aufspringt.

Bereits vergangene Woche wurde in Dessau vor der Ganztagsschule Zoberberg ein Kind angefahren. Während der Hofpause flog ein Ball auf die Straße, ein Auto kam und hat das Kind etwas angefahren:
Das Kind stand wie vom Blitz getroffen wieder auf.
Den Fahrer/die Fahrerin interessierte all das nicht, er/sie flüchtete, ohne sich um das Kind zu kümmern.

Was kann man hier noch schreiben?
Ich hoffe einfach mal, das die Fahrerin/der Fahrer vom Blitz getroffen wird.

Meine Quelle zu diesem Beitrag gibt sich vielleicht mit einem Kommentar zu erkennen.

Vor knapp einer Woche durften ca. 20 Pkw-Fahrer und ich hinter diesem holländischen Lkw verweilen.
Linksfahrer auf der A72

Die Freude war bei allen Autofahrern groß, weil es keiner schaffte diesen „fliegenen Holländer“ zu überzeugen, dass er doch einfach ein bisschen nach rechts rücken könnte, um die linke 2m-Spur in der Baustelle von Zwickau-Ost nach Zwickau-West auf der A72 freizugeben.

Schon toll, wie manch Brummifahrer es schafft über fast 10 km gleichmäßig ca. 30 cm versetzt über den Mittelstreifen in einer Baustelle zu fahren.
Ob er den Spurassistenten falsch geeicht hatte? 
Oder war nur verunsichert und nutzte bei Tachoanzeige 91 die Mittellinie als Leitstrahl?

Wir werden wohl nie eine Antwort auf diese Fragen bekommen. Leider war in dieser Autoschlange keine Zivilstreife, die sich um diesen Fall hätte kümmern können.

Die schnellste Pizza Dessau´s

Manchmal denken Behörden nach tragischen Unfällen darüber nach, ob man solche Unglücke in Zukunft durch Geschwindigkeitsbeschränkungen nicht verhindern kann.

In Dessau gibt es Tempo30-Zonen, die keinen interessieren.
So ein Pizzakurier in seinem Pizzaflitzer hat schon mal andere Dinge im Kopf, als darüber nachzudenken, was passiert wenn er mit überhöhter Geschwindigkeit durch die Meiereistraße brettert und ein spielendes Kind auf die Straße läuft. Sicher hat er sein Fahrzeug im Griff, weil er mit seinen 19 Jahren schon an fünf Fahrsicherheitstrainings teilgenommen hat, eine unheimliche Fahrpraxis vorweisen kann und ohnehin schon fast Formel 1 Weltmeister ist. Wenn dem so ist, braucht er hier nicht mehr weiter lesen.

Doch kennt dieser Idiot (Sorry für diesen Begriff hier. Aber am Straßenrand stand mein Patenkind) auch ein paar physikalische Größen??

Bei Tempo 30 und ein bissl Aufmerksamkeit (also weder Handy am Ohr, noch Pizza im Hirn) ergeben sich folgende Zahlen:
Reaktions- und Umsetzzeit:  ca. 0,6 Sekunden oder knapp 5 m Wegstrecke
Bremszeit:                                ca. 2,0 Sekunden oder etwa 8,5 m
Macht zusammen 13,5 m vom Erkennen es Kindes bis zum Stillstand.
Das sind gut drei Autolängen.

Da es der Pizzabote in Dessau ein bissl eiliger hat, fährt er mit geschätzten 45 durch die Meiereistraße.
Jetzt sehen die Zahlen schon anders aus:
Reaktions- und Umsetzzeit:  ca. 0,6 Sekunden oder knapp 7,5 m Wegstrecke
Bremszeit:                               ca. 2,0 Sekunden oder etwa 18,5 m
Zum Stehen kommt er folglich frühestens 26 m nachdem er das Kind erkannt hat. Das sind jetzt schon über fünf Autolängen; fast der doppelte Bremsweg. Und immer noch ist er voll konzentriert am Steuer und hat kein Schmalz im Kopf.

Die 13,5 m können bei spielenden Kindern schon ein Problem werden. Aber mit einem Schutzengel bleibt es wohl bei kleineren Blessuren. 26 m werden dem Pizzaexpress nicht mehr ausreichen. 13 m vorm Stillstand hat er immer noch Tempo 30 auf dem Tacho.
Die Folgen??? … Da denken wir jetzt nicht dran.
Ob so ein Pizzakurier es versteht, wenn man ihn das nächste Mal aus seinem Auto zieht?

Das Schlimme daran ist, dass es sich hier um eine wahre Geschichte handelt.

Die Mail an die Zentral des Pizzadienstes:

Hallo,
wir wohnen mit 2 kleinen Kindern in einer Zone 30. Immer wieder brausen hier Autos von …. (aus Datenschutzgründen für´s erste hier gelöscht) durch. Heute stand ich um 19:00 Uhr (Dunkelheit) am Gehweg mit meinem 1 jährigen Sohn an der Hand. Ich sah schon wie wieder so ein Raser anbraust. Der hat uns nicht sehen können. Als er bei uns war, ist er etwas ausgewichen und ziemlich eng an parkenden Autos vorbei. Das waren auf keinen Fall 30. Ich wusste nicht dass es für Pizzadienste Sonderregelungen gibt. Kalte Pizza hin oder her.
An Regeln muss sich jeder halten. Oder soll mein Kind wegen einer Pizza überfahren werden? Ich halte es für eine Frechheit, wie hier in den verkehrsberuhigten Straßen rücksichtslos gefahren wird. Das Ordnungsamt ist machtlos. Sollte es noch einmal vorkommen wie heute, werde ich Anzeige erstatten. Der Fahrer muss ja zu ermitteln sein. Wenn bei den parkenden Autos ein Kind gestanden hätte, der Fahrer hätte auf keinen Fall bremsen können.
Auf jeden Fall muss man sich überlegen, die ohnehin mittlerweile teuren Pizzen zu bestellen, wenn man weiß was auf dem Spiel steht. Und wenn ich mich richtig erinnere war in Dessau schon einmal ein Unfall mit einem Pizzaboten.
Ich bin jetzt erst einmal gespannt, ob ich eine Stellungnahme bekomme.

Mit freundlichen Grüßen
….

Die Antwort des örtlichen Pizzachefs:

Sehr geehrter Herr …,
zunächst bedaure ich, dass Sie sich mit dem Problem nicht direkt und unmittelbar an uns gewandt haben.
Unsere Mitarbeiter müssen seit Jahren Fahrtenbücher für jede ausgefahrene Tour führen. Somit hätten wir nach Eingang Ihrer Information sofort reagieren können und den entsprechenden Mitarbeiter zur Rechenschaft gezogen.
Grundsätzlich sind wir als Geschäftsleitung dringend daran interessiert, als Unternehmen im Straßenverkehr nicht unangenehm aufzufallen.
Nicht nur, dass eine Schädigung von Personen Schmerzen, Leid und andere gravierende Unannehmlichkeiten für den Geschädigten bedeuten, es führt, wie Sie schon angedeutet haben, zu einem Imageverlust für die Marke … mit entsprechenden Auswirkungen auf das Kaufverhalten unserer Kunden.
Aus diesem Grund werden unsere Mitarbeiter bei der Einstellung darauf geschult, dass die Straßenverkehrsordnung grundsätzlich Gesetz für jeden Einzelnen ist. Geschwindigkeitsvorteile für eine schnelle Belieferung werden immer durch bessere Organisation im Innendienst erreicht, nie durch rasantes Fahren.
Um das zu unterstreichen, werden alle Namen von Mitarbeitern, von denen uns ein Blitzfoto zugesandt wird, umgehend mit Adresse an die entsprechende Behörde weitergeleitet.
Zusätzlich ist im Arbeitsvertrag eine Klausel zu einer Selbstbeteiligung von 800,- Euro für den betreffenden Mitarbeiter bei selbst verschuldetem Unfall enthalten.
Trotzdem können die von Ihnen geschilderten Exzesse nicht immer von uns kontrolliert und abgestellt werden. Bei den Mitarbeitern, die oftmals erst 18 – 19 Jahre alt sind, müssen sehr häufig einfachste Umgangsformen im Erwachsenenleben, aber auch die grundsätzliche Anerkennung, dass es im Leben zwar Rechte, aber auch Pflichten auf Gesetzen basierend gibt, weitervermittelt werden.
Ich kann mich abschließend nur nochmals bei Ihnen entschuldigen, machen Sie bitte davon Gebrauch, uns direkt nach einem entsprechenden Vorgang anzurufen.
Natürlich werden wir den Vorgang mit unseren Mitarbeitern direkt auswerten.
Mit freundlichen Grüßen

Und das alles damit die Pizza 167 Sekunden (das ist die eingesparte Zeit auf 700 m Wegstrecke) schneller beim Kunden ist. Ist das der neue Kundenservice in Deutschland?!

Jeden Tag sieht man sie auf den Straße.
Die Rowdys, die Sonntagsfahrer und die anderen Verkehrshindernisse.

Meistens ist die Polizei nicht zur Stelle, wenn der Knallkopf von Pizzabote mit 50 durch die 30er-Zone brettert oder wenn der Brummifahrer mal schnell die dritte Spur auf der Autobahn nimmt um mit 87 an den beiden anderen Kapitänen der Landstraße vorbeizutuckern.

Deswegen kommt hier der Blog für solche Fälle.

Datenschutz hin oder her. Ich werd im Einzelfall überlegen, was man veröffentlichen kann oder was man der Öffentlichkeit zeigen sollte.